Autoindustrie in Great Britain vor dem Kollaps?

In Großbritannien sind die Kosten nach dem Brexit-Votum stark gestiegen. Auch die Fahrzeug Versicherung hat angezogen. Das ist für die Autoindustrie des Inselstaates nahe dem europäischen Festland überhaupt kein gutes Zeichen. Denn die Austrittsverhandlungen für die EU müssen 2019 abgeschlossen sein. Doch so richtig in Gang gekommen sind sie immer noch nicht. Die Briten zeigen sich bisher wenig einsichtig für die Forderungen der EU-Kommission in Brüssel. Einig ist man sich dabei, dass es die Automobilindustrie hart treffen wird. Denn diese ist schon in den letzten Jahren nicht eines der Glanzlichter der britischen Wirtschaft. Man setzte hier vor allem auf das Luxussegment, was die Verbraucher in Great Britain bald teuer kommen kann. Denn sie müssen wohl bald für Autos vom europäischen Festland hohe Zölle bezahlen. Immerhin will die britische Regierung das im Gegenzug auch tun.

Foto: Thorben Wengert  / pixelio.de
Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Runtergewirtschafte Branche ohne Zukunft?

Dabei ist die Automobilbranche in Großbritannien nicht eines der Glanzlichter der Wirtschaft – seit Jahrzehnten nicht. Allerdings hat man viel investiert und sich deutlich erholt. Dass die Automobilbranche aber zum industriellen Rückgrat des Vereinigten Königreichs werden könnte, daran bestehen große Zweifel bei den Experten. Und dennoch: Großbritannien liefert sich nach Jahren erstmals wieder mit Frankreich ein enges Rennen um Platz drei der europäischen Fahrzeugbau-Standorte – gemessen an den produzierten Stückzahlen. Deutschland nimmt hier Platz 1 ein und Spanien Platz 2. Produziert werden jährlich in Großbritannien rund 1,8 Millionen Fahrzeuge. Diese Stückzahlen können aber schnell wieder einbrechen, denn der Brexit macht den Autoboom nach Expertenmeinung zunichte.

Einbruch bis zu 50 Prozent

Vor allem wenn sich Großbritannien weiterhin so massiv gegen die Forderungen der EU hinsichtlich der Austrittsvereinbarungen sperrt, kann es sein, dass die Autohersteller ihre Produktionszahlen erheblich senken müssen. Wenn es zu Strafzöllen etc. kommt, dann befürchten Experten gar einen Einbruch um 50 Prozent des bisherigen Volumens. Das wäre für die britische Wirtschaft natürlich sehr hart. Und man würde sicherlich Theresa May genauso verdammen, wie ein Margret Thatscher, die zwar als „Eiserne Lady“ galt, aber in den 1980er Jahren vor allem in der Arbeiterschaft gehasst wurde. Und je länger die Austrittsverhandlungen dauern, umso größer sind die Unsicherheiten auf allen Seiten.