Seychellen – Heiraten im Paradies

Die Seychellen sind eine beliebtes Ganzjahresreisziel. Und auch viele Touristen, die sich hier das Jawort geben, geben sich ein Stelldichein. Agenturen sorgen dafür, dass die Brautpaare einen schönen Strand zum Heiraten und Feiern haben und ein leckeres Mahl serviert bekommen. Doch der schöne Schein trügt. Denn auch die Seychellen haben inzwischen diverse Umweltprobleme. Doch denen soll es nun an den Kragen gehen. Denn einheimische Regierung plant eingeschleppte Pflanzen und Tiere, die der einheimischen Flora und Fauna schaden, zu beseitigen bzw. zu vertreiben. Erfolgreich ausgerottet wurden bereits Ratten, die den Bestand der dort heimischen Riesentausendfüßer stark dezimierten. Dies geschieht natürlich auf sanfte Weise und ohne dass der Tourismus dadurch beeinträchtigt wird.

Foto: Simone Hainz  / pixelio.de
Foto: Simone Hainz / pixelio.de


Gezielte Bejagung

Ein Eindringlich wird zurzeit auch kräftig gejagt – der Rotohrbülbüls. Dieser Vogel ist etwa so groß wie ein Star und hat einen schwarzen Kamm und feuerrote Federbüschel hinter den Augen. Die Jagd auf diese Tiere wurde schon 2013 eröffnet und ist nun auch so gut wie abgeschlossen. Tierschützer und Biologen aus aller Welt wurden dafür von der Regierung der Seychellen engagiert – alles zum Wohle und dem Schutz der heimischen Tierwelt. Der Rotohrbülbül wurde dabei einst in den 1970er Jahren von Guano-Sammlern aus Mauritius mitgebracht, als singende Haustiere. Wie sie in die freie Wildbahn gelangten, ist unklar. Jedenfalls vermehrten sie sich schnell.

Erhaltung der epidemischen Flora und Fauna

Das Ziel der Bejagung vom Rotohrbühlbüls und anderen Tieren, die auf den Seychellen eigentlich nicht heimisch sind, ist es, dass die einheimische Tierwelt erhalten wird. Denn die eingeschleppten Tiere nehmen den einheimischen Tieren den Lebensraum weg oder stellen auch direkt ein Bedrohung für sie dar. Den Urlaubern soll natürlich nur die einheimische Tierwelt der Seychellen präsentiert werden. Und diese besteht bei den größeren Landtieren insbesondere in der Population der auf der Hauptinsel des Aldabra-Atolls, Grande Terre, lebenden Seychellen Riesenschildkröten. Diese bevorzugen als Lebensraum Küstengebiete sowie offenes Gras- und Buschland mit einer niedrigen Vegetation. Die Hauptnahrungsquelle dieser Tiere besteht aus Gräsern, Kräutern und Blüten. Doch auch Früchte und Aas werden von den Riesenschildkröten gerne verspeist. Wohl noch über viele Generationen hinweg wird man sie sehen können – denn die Exemplare werden weit über 100 Jahre alt.